Arbeitszeiten von Angestellten
Probleme wahrnehmen und anpacken
Immer wieder berichten Betriebsräte, dass Angestellte in Arbeitsbereichen wie zum Beispiel Verwaltung, Labor, Technik oder Vertrieb gegen die Arbeitszeit-Regeln und die betrieblichen Vereinbarungen verstoßen. Es sei für den Betriebsrat häufig sehr schwierig, mit den angestellten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen darüber ins Gespräch zu kommen. Die Betriebsräte fühlen sich nicht erwünscht, man geht sich aus dem Weg. Die Folge ist eine spürbare Mauer zwischen den direkten Produktionsbereichen und den Angestellten-Etagen.
Was verbirgt sich aber hinter den Arbeitszeit-Verstößen? Angestellte sehen sich mit zunehmenden Leistungserwartungen konfrontiert, das heimliche Arbeiten zu Hause am Wochenende gehört inzwischen für viele zum Alltag. Die sogenannte Kennzahlen-Steuerung bedeutet für Angestellte: termintreues Abliefern von Ergebnissen ohne dabei auf den Arbeitszeitrahmen zu achten.
Betriebsräte sollten sich unvoreingenommen für die Leistungsbedingungen und die speziellen Arbeitsprobleme der Angestellten interessieren. Sie sollten sich in Einzelgesprächen und als Gast auf Teamsitzungen ein Bild machen, Kontakte und Beziehungen aufbauen. Es gibt viele Möglichkeiten und inzwischen auch viel Erfahrung mit guten Instrumenten, wie man aus dem Lot geratene Arbeitszeitsysteme für Angestellte passgenau neu ordnen kann.
Voraussetzung dafür ist aber, dass die angestellten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen selbst ihre speziellen Arbeitszeitanforderungen und Leistungsbedingungen klären und regeln wollen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass sie dies nicht abgekoppelt von der Restbelegschaft tun sondern gemeinsam zusammen mit dem Betriebsrat. Wenn Angestellte nicht auf Dauer ihre Gesundheit gefährden und die Balance zwischen Beruf, Familie und Freizeit verlieren wollen, gibt es zu diesem Weg keine Alternative.
Die TBS bietet ihre Unterstützung an, wenn sich Betriebsräte entscheiden, dieses heiße Eisen anzupacken.
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Uwe Bensch |
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