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TBS Newsletter 01/2009 Arbeit und Gesundheit

"Zukunft sichern - gute Arbeit"

 

Dieser Newsletter behandelt schwerpunktmäßig das Themenfeld "Arbeit und Gesundheit". Wir möchten euch auf wichtige Entwicklungen in dem Feld aufmerksam machen und über Aktuelles aus TBS NRW informieren.


Gesundheit & Fehlzeiten

„Gesundheit“ wird oft im Betrieb– im Negativen – gemessen an „Fehlzeiten“. In dem „Fehlzeitenreport 2008“, herausgegeben vom wissenschaftlichen Institut der AOK, und der Universität Bielefeld, werden die aktuellen Fehlzeiten Daten und ihre Ursachen aufbereitet. Die Betrachtung der Fehlzeiten seit 1997 ergibt dabei einen rückläufigen Trend (über die Jahre, gemessen an den AU-Tagen der AOK-Mitglieder)

Link: Abbildung 1: Arbeitsunfähigkeitstage je AOK Mitglied seit 1997 (PDF, 24 KB)

Der „Fehlzeitenreport 2008“ untersucht eingehend die Wirkung betrieblicher Gesundheitsförderung und ist damit eine Quelle für Hintergrundwissen und Argumente betrieblicher Interessenvertretungen. („Fehlzeitenreport 2008“, erschienen im Springer-Verlag)

Wichtige Einflussfaktoren zur Senkung betrieblicher Fehlzeiten sind:

  • Die betriebliche Gesundheitsförderung
  • Gute Führung und eine gute Unternehmenskultur
  • Gute Gestaltung der betrieblichen Prozesse und der Arbeitsbedingungen.

Demografischer Wandel und Beschäftigungsfähigkeit

„Gesundheit“ hat natürlich einen hohen Stellenwert, wenn zukünftig Belegschaften mit einem steigenden Altersdurchschnitt Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsfähigkeit der Unternehmen leisten müssen. Eine erfolgreiche Betriebspolitik muss „Gesundheit“ aber mit andern Themenfeldern wie z.B. „Kompetenz“ und „Verantwortung“ zu einer ganzheitlichen Betrachtungsweise verbinden.

In dem Projekt „Beschäftigungsfähig im demografischen Wandel“ hat die TBS dazu sechs Dimensionen definiert:

  • Kompetenz
  • Gesundheit (individuell/betrieblich)
  • Lernfähigkeit
  • Integration
  • (Selbst-)Management
  • Verantwortung

Die TBS hat hierzu verschiedene Werkzeuge entwickelt, die betriebliche Akteure bei der Analyse und Erarbeitung von Handlungsstrategien unterstützen können:

  • DemografieKompass - ein Tool zur interaktiven Analyse betrieblicher Altersstrukturen und Simulation von Zukunftsszenarien und Handlungsbedarfen
  • UnternehmensCheck Beschäftigungsfähigkeit
  • SelbstCheck Beschäftigungsfähigkeit
  • Wegweiser - Multimediale interaktive Leitfäden und Arbeitshilfen zur Erarbeitung von Maßnahmen für die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und Bewältigung des demografischen Wandels in der Arbeitswelt.

Diese Werkzeuge und weitere Informationsmaterialen für Unternehmensleitungen, Betriebsräte, Personalräte und Arbeitnehmer sowie Arbeitssuchende sind unter http://www.demobib.de/bib/ im Internet kostenfrei abzurufen.

Leiharbeit / Zeitarbeit

Leih-oder Zeitarbeiterinnen und –arbeiter stehen in ihrem speziellen Arbeitsverhältnis unter besonderen Belastungen. In der gewerkschaftlichen Diskussion wird von „prekären Arbeitsverhältnissen“ gesprochen.
Kennzeichnend für die Situation vieler Beschäftigter in dieser Branche ist die Unsicherheit über die eigenen Rechte verbunden mit speziellen Fragestellungen, die aus dem Leiharbeitsverhältnis resultieren und für einen festangestellten Beschäftigten oft so gar kein Problem darstellen.
Aus diesem Grund haben das Arbeitsministerium NRW und der DGB NRW gemeinsam eine Hotline „Zeitarbeit“ als Projekt gestartet. Hier können Beschäftigte sich Informationen und Hinweise im Sinne einer „Erstauskunft“ holen.
Die Hotline wird im Auftrag vom Arbeitsministerium NRW und dem DGB NRW von der TBS betrieben. „Hotline-Zeiten“ sind Di / Do 14:00 -18:00 Uhr und Mi 16:00 – 20:00 Uhr unter der Telefonnummer 01803 100 218 (9 ct / Minute aus dem deutschen Festnetz, abweichende Tarife aus dem Mobilfunknetz möglich).
Anfragen können ebenfalls per E-Mail über die Internetseite www.zeitarbeit-nrw.de/ an die Hotline gestellt werden.

Gute Arbeit

Der Begriff „Gute Arbeit“ steht heute als Qualitätsmerkmal für betriebliche Arbeitsbedingungen. Unter www.dgb-index-gute-arbeit.de/ sind die Ergebnisse der Untersuchungen für 2007 und 2008 verfügbar.

Das TBS-Netz, bundesweites Netzwerk der gewerkschaftlichen Beratungsstellen, führt in Kooperation mit dem Ver.di Bundesvorstand eine Fachtagung zum Thema "Gute Arbeit in Call Centern- Vision oder Illusion? vom 31.03. -02.04.2009 in Kassel durch, mehr Informationen zu Inhalten und Organisation auf dem Flyer.

Kürzlich neu erschienen ist der ABETO "Ergonomie-Prüfer zur Beurteilung von Büro- und Bildschirmarbeitsplätzen" von den Autoren Peter Martin, Jochen Prümper, Gerd von Harten.

Das gemeinsame Produkt von Hans Böckler Stiftung (HBS) und TBS NRW beinhaltet die aktuellen gesetzlichen Regelungen der Arbeitsstättenverordnung. Darüber hinaus sind die neuesten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse zur Arbeitumgebung, zu Softwareergonomie und zu psychischen Belastungen berücksichtigt worden. Das Buch enthält zusätzliche Teile zu neuen Bürokonzepten, Büroarbeit für Ältere und zur Mitbestimmung. Außerdem sind in den einzelnen Teilen Probleme neuer Arbeitsplatzformen wie mobile Arbeit eingearbeitet. Es werden umfassende praktische Erläuterungen, direkt umsetzbare Arbeitshilfen und verlässliche Beurteilungsmethoden auch auf CD zur Verfügung gestellt.
Dazu zählen:

  • Fragebogen zur Grobanalyse von Ausführungsbedingungen, Software und Arbeitstätigkeit
  • Prüflisten zur Feinanalyse von Arbeitsplatz, Hardware, Akustik, Beleuchtung, Raumklima, Unterweisung, Vorsorgeuntersuchung, neue Bürokonzepte sowie Büroarbeit für Ältere
  • Workshop-Methode zur Ermittlung von Gestaltungsalternativen unter Beteiligung der Beschäftigten
  • Umfassende Darstellung der Mitbestimmungsrechte von Interessenvertretungen und der Rechtsprechung

Seminare

Die TBS NRW bietet mit verschiedenen Kooperationspartnern Seminare zu gesundheitlichen betrieblichen Themen an, bei Interesse oder Fragen ist die Infoline 0211/ 17 93 10 11 zuständig, die Seminare sind hier in chronologischer Reihenfolge aufgeführt.

Büroraumgestaltung

Wird die Arbeitsorganisation grundlegend geändert, neue Standorte eingerichtet, da kommt die Aufgabe der Büroraumgestaltung auf die Unternehmensleitung, aber auch auf die Interessensvertretungen zu. Welche Lösungsbeispiele der Büroraumgestaltung gibt es, was ist zu beachten? Beginnend mit dem Spätsommer bereiten wir Betriebsworkshops vor. Wer Interesse hat, Beispiele für die Gestaltung von

  • Call Center-Räumen
  • Sachbearbeitungsbüros oder
  • offene Bürolandschaften

kennen zu lernen, sollte Kontakt zur Infoline 0211/ 17 93 10 11 aufnehmen.

Hinweis auf andere Informationen:

  • www.baua.de/de/Informationen-fuer-die-Praxis : Broschüre „Arbeitswelt im Wandel – Zahlen – Daten Fakten“ 2008 als interessante Sammlung von Informationen zu vielen Aspekten von „Arbeit und Gesundheit“.
  • www.komnet.nrw.de Hier kann jedes Mitglied einer Interessenvertretung über das Internet Fragen zum betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz stellen bzw. in einem großen Fundus nachschlagen.

Der nächste Newsletter mit den Schwerpunktthemen rund um EDV wird Ende Februar folgen.

Eure
TBS NRW

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